|
![]() |
|
Unter Labor versteht man im weitesten Sinne einen Raum. La bora ist Latein und bedeutet arbeiten, also auch arbeiten in einem Raum. Mit Diagnostik umschreibt man die Erkennung einer Krankheit oder eines komplexen Krankheitsgeschehens. Beides zusammen bildet den Begriff Labordiagnostik. Da es sich bei der Labordiagnostik um die Untersuchung und Erklärung krankheitsbedingter - medizinischer Zusammenhänge handelt, wird diese Art der Tätigkeit auch als Laboratoriumsmedizin bezeichnet. Dem Labor steht als Leiter ein Akademiker vor, der meistens ein Arzt ist, aber nicht selten auch ein Chemiker sein kann, wie z. Bsp. im Virchow-Klinikum Berlin. Laboratoriumsmedizin Mit diesem Begriff beschreibt man ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Anwendung, Bewertung und den Untersuchungsverfahren von Körpersäften, ihren Bestandteilen und der Ausscheidungs- und Sekretproduktion zur Erkennung besonderer Eigenschaften und krankhafter Zustände befasst. Der Facharzt für Laboratoriumsmedizin berät und unterstützt in der Vorsorge und Krankenbehandlung tätige Kollegen bei der Erkennung von Krankheiten und deren Ursachen, der Überwachung des Krankenverlaufs und bei der Bewertung therapeutischer Maßnahmen. Diagnostik Damit sind alle auf die „Erkennung“ eines Krankheitsgeschehens als definierte Einheit gerichtete Maßnahmen gemeint. Die Diagnostik umfasst die Erhebung der Anamnese (die vom Kranken oder von Angehörigen mitgeteilten früheren Krankheiten – auch als Vorgeschichte einer aktuellen Krankheit ), die Untersuchung des Patienten, eventuell auch seiner Ausscheidungen, der Körpersäfte, des Gewebes bzw. der Zellen, der Strahlenanwendung, der Nutzung bioelektrischer Ströme oder des Schalls. Historie
Gegenwart Dierk Meyer-Lüerßen, Geschäftsführer des Verbandes der Diagnostica-Industrie e.V. wies in seinen Ausführungen darauf hin, dass die Labordiagnostik der Schlüssel zur Verhütung, Früherkennung und Behandlung schwerer Krankheiten wurde. Dies zeige sich besonders in den progressiven Zuwachsraten, die in dieser Branche zu verzeichnen sind. In Deutschland arbeiten derzeit rund 21500 Menschen in der Labordiagnostik, wovon wiederum 14% in Forschung und Entwicklung tätig sind. Leider – so Meyer-Lüerßen, kommen die Impulse für diesen Wirtschaftszweig aus dem Ausland. Der Grund dafür liege auch darin, dass sich die Rahmenbedingungen für die Forschung und Entwicklung in Deutschland verschlechtert haben, mithin neue Tests gar nicht oder erst nach Jahren in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden. Doch gerade die neuen, innovativen und individuellen Tests bieten jene Chancen, die alten therapeutischen Probleme endlich zu eliminieren. Denn sind erst die genetischen Unterschiede zwischen den Individuen bekannt, so kann die Medizin gezielt, individuell und erfolgreich behandeln. Heute ist es durch moderne Gentests möglich diese Unterschiede schon vor der Therapie zu erkennen. Prof.
Dr. med. Bernd Heicke, Leiter eines großen Laborunternehmens,
machte in seinen eindrucksvollen Ausführungen deutlich, dass
Labordiagnostik das zukünftige medizinische Erscheinungsbild
des einzelnen Menschen nachhaltig beeinflussen wird. So untersucht die
Labordiagnostik Krankheitserscheinungen mit wissenschaftlichen Methoden
am Untersuchungsmaterial im Labor. Gendiagnostik in der Zukunft – Humangenetik findet in der Öffentlichkeit eine große Beachtung und wird oft als Wendepunkt in der Medizin zitiert. Ist das wirklich so? Ganz sicher hat es rasante Fortschritte gegeben – auch neue Einsichten in die Biologie wo es um vererbbare Informationen geht. Weiterhin gibt es Anlass zur Hoffnung, dass bestimmte Erbkrankheiten über die Entschlüsselung der Gene durch geeignete Therapien geheilt oder gemildert werden können. Gleichwohl stehen die „seltenen“ Erbkrankheiten trotz ihrer volksweiten Bekanntheit nicht im Mittelpunkt des öffentlichen Gesundheitswesens. Vielmehr sind es eben die typischen Erkrankungen des „Volkes“, denen es beizukommen gilt. Unter diesen sind es Diabetes, Erkrankungen der Herzkranzgefäße und Osteoarthritis (Entzündung, die von einem Gelenk auf den angrenzenden Knochen übergreift). Der Genetik kommt hier also eine sehr hohe Bedeutung zu, denn anhand von Untersuchungen können Aussagen darüber gewonnen werden, ob z.Bsp. eine Person in 30 Jahren an einer monogenen Erbkrankheit oder Volkskrankheit erkrankt. Mithin haben genetische Tests für Volkskrankheiten einen individuell differenzierten Einfluss und machen nur im Vergleich mit anderen Faktoren einen Sinn. Daher erfolgt keine Neudefinition der Pathologie, aber ihr differenziertes Verständnis. Der nächste logische Schritt liegt daher in der Aussicht auf den medizinischen Fortschritt. Ungeachtet dessen wird der Lebensstil der Gesellschaft wahrscheinlich schwieriger zu beeinflussen sein als die biologischen Faktoren. Zukunftsaussichten, die ein so komplexes und globales Thema noch interessanter und arbeitsaufwendiger machen. Labordiagnostik live In
der praktischen Anwendung erlebten dann die Journalisten die Arbeit im
Labor des Virchow-Klinikums, wo die „Kleinen“ mit
der großen Leistung rund um die Uhr im Einsatz stehen.
Gemeint sind die Laborapparate und Diagnosegeräte, ohne die in
der modernen Medizin nichts mehr ginge. Das zukünftige Krankheitsmodelle gänzlich anders strukturiert sein werden führte Prof. Dr. med. Herbert Schuster in seinem Vortrag aus. Demnach bestimmen Gene und Umwelt die Eigenschaften, die zwischen Gesundheit und Krankheit entscheiden. Vernetzte Modelle der Krankheitsentstehung werden zukünftig die medizinische Vorstellungswelt prägen. Schuster bezeichnete diese Entwicklung als Quantensprung in der Medizin, denn die Krankheit wird nicht mehr als linearer Prozess gesehen, sondern als eine Entwicklung, die sich bis zum Erreichen der Symptomschwelle mehr oder weniger unterschwellig – oftmals unbemerkt – ausbreitet, um dann schlagartig in einem kritischen Zustand – dem „catastrophal shift“ zu münden. Die molekulare Medizin leistet hier Hervorragendes und ist in der Lage Krankheiten schon im Ansatz zu erkennen, lange bevor sie die Symptomschwelle erreichen. So befasst sich die Molekularbiologie auch mit der molekularen Struktur und Funktion von Nucleinsäuren und der Eiweißkörper. Darüber hinaus mit dem Aufbau und der Vermehrung von Viren, dem Stofftransport, dem Nervenleitsystem sowie daraus abfolgernden Lebenserscheinungen. Besondere Gewichtung im Bereich der Molekularbiologie fällt der Enzymopathie zu, die erblich genetische Enzymdefekte untersucht und daraus Krankheiten mit Störung der Stoffwechsels erkennt. Allerdings liegt ein Problem in den Risikotests, die erheblich verbessert werden müssen. Leider spielt auch hier das Geld eine Rolle, denn die GVK nehmen gar nicht oder zu spät die verbesserten Tests in den Leistungskatalog auf. Schuster plädierte für individuelle Zielwerte statt identische Normalwerte für alle, die letztlich dem einzelnen Individuum nur sehr begrenzt nutzen. Er wies auf die Segmente im Gesundheitswesen hin, wie sie derzeit aussehen und zukünftig gestaltet sein könnten. Es gibt zwei elementare Ereignisse im Leben des Menschen – Geburt und Tod. Dazwischen das gesamte Spektrum des Lebens, der Gesundheit und Krankheit. In der Palliativen Medizin hat der Mensch den Weg der Heilung verlassen und wartet – weitestgehend schmerzbefreit – auf seinen Tod. Die Interventionelle Medizin versucht zusätzlich Leben zu verlängern, in dem sie durch therapeutische oder medizinische Maßnahmen Eingriffe in das Krankheitsbild vornimmt. Die Präventive Medizin – die vorbeugende Medizin, verschafft dem Patienten gewonnene Jahre, die er mit Lebensfreude und einer positiven Lebensbejahung ausfüllen kann. Die Labormedizin und Labordiagnostik hat sich zu einer zentralen, Arzt wie Patienten begleitenden individuellen Einrichtung entwickelt, die wegweisend ist und die Zukunft der individuellen Diagnose, Prävention und Therapie entscheidend prägen wird. Informationen: VDGH Verband der Diagnostica-Industrie e.V. Karlstraße 21 www.vdgh.de 60329 Frankfurt am Main Internet: www.vdgh.de |
||
Für Sie entdeckt und zusammengestellt durch ©EPS-Schäffler / Schäffler / RechTextzusammenstellung:
© Ermasch - Presse - Service,
Schäffler, H. J. Rech |