Dr. Ilonka Kreitschmann-Andermahr, Neurochirurgische Klinik, Universitätsklinikum Aachen

Die Folgen des Schädel-Hirn-Traumas und der aneurysmatischen Subarachnoidal-blutung aus neurologischer Sicht

 

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Dr. Ilonka Kreitschmann-AndermahrDas Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ist die häufigste Ursache für Tod oder Behinderung bei jungen Erwachsenen. In Deutschland werden jährlich ca. 200-300 Patienten/100.000 Einwohner nach einem SHT stationär behandelt. Dabei sind Verkehrsunfälle ursächlich für mehr als die Hälfte aller SHT, gefolgt von Stürzen und anderen, selteneren Ursachen. Ungefähr 70 % aller SHT-Opfer sind männlich. Wichtigste Prädiktoren für das neurologische Ergebnis nach einem SHT sind die initiale Bewusstseinslage, gemessen an der Glasgow-Coma-Scale (GCS) und die Dauer der posttraumatischen Amnesie. Nach einem schweren (definiert als ein GCS-Wert zwischen 3-8), überlebten SHT erleiden drei viertel aller Betroffenen offensichtliche neurologische Behinderungen, z.B. Hirnnervenstörungen, Lähmungen oder Gleichgewichtsstörungen. Neben den körperlichen Beeinträchtigungen sind für die Betroffenen und ihre Angehörigen weitere, oft schwerwiegende neuropsychologische und psychosoziale Folgen des SHTs, wie Störungen der Konzentration und des Gedächtnisses, Wesensänderungen mit Desinteresse und verringertem Antrieb, eine gesteigerte Müdigkeit und körperliche Schwäche, aber auch psychiatrische Erkrankungen wie Depressionen oder posttraumatische Belastungsstörungen lebensbestimmend. Viele dieser Beeinträchtigungen gleichen denen von Patienten mit einer im Erwachsenenalter erworbenen Hypophysenvorderlappeninsuffizienz.


Mit ähnlichen Symptomen haben auch Patienten nach einer stattgehabten aneurysmatischen Subarachnoidalblutung (SAB) - einer arteriellen Blutung unter die weiche Spinnengewebshaut des Gehirns aus einer angeborenen Gefäßaussackung - zu kämpfen. Die aneurysmatische SAB ist mit einer Prävalenz von 6-10/100.000 Einwohnern seltener als das SHT, jedoch sind auch von ihr mit einem mittleren Alter zwischen 40-60 Jahren Menschen betroffen, die mitten im Leben stehen.


Dass nach einem Schädel-Hirn-Trauma Störungen der Hypophysenfunktion auftreten können, wurde bereits vor mehr als 80 Jahren erkannt, jedoch bislang als Rarität angesehen, möglicherweise weil die Symptome der Hypophyseninsuffizienz anderen, nicht hormonell bedingten Folgen des Traumas gleichen. Neue Studien, viele davon erst in diesem Jahr publiziert, weisen jedoch nach, dass sowohl nach SHT als auch nach aneurysmatischer SAB Störungen der Hypophysenfunktion weitaus häufiger sind als bislang angenommen. So wurden sowohl nach SHT als auch nach SAB in 30-70 % aller Fälle Störungen der Sekretion eines oder mehrerer Hypophysenvorderlappenhormone durch endokrinologische Funktionstestung festgestellt, wobei hauptsächlich die Wachstumshormonachse und die kortikotrope Achse betroffen sind. Störungen der gonadotropen und thyreotropen Achse stellen jedoch auch keine Seltenheit dar. In Anbetracht der Tatsache, daß viele der Überlebenden eines SHTs junge Erwachsene mit einer nahezu uneingeschränkten Lebenserwartung sind, hat das Übersehen einer posttraumatischen Hypophysenfunktions-störung möglicherweise weitreichende, beeinträchtigende Folgen für die Genesung, Rehabilitation und Lebensqualität der Patienten. Angesichts der hohen Prävalenz hypophysärer Störungen nach SHT und SAB ist eine Vorstellung der Betroffenen beim Endokrinologen zur Hypophysenfunktionstestung und ggf. Einleitung einer adäquaten Substitutionstherapie ratsam.






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