Schlafqualität und Arbeitsfähigkeit - neue Daten zur Optimierung der Rückenschmerztherapie Priv. Doz. Dr. med. Michael A. Überall
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![]() Das verspannungslösende (muskeltonusnormalisierende) Analgetikum Flupirtin, ein selektiver neuronaler Kaliumkanalöffner (SNEPCO), gehört heute zu den bevorzugten pharmakologischen Ansätzen für eine rationale Behandlung schmerzhafter muskulärer Dysfunktionen / Dysbalancen und stellt eine therapeutisch wertvolle Option für die Erst- und Folgebehandlung akuter wie subakuter und chronischer Rückenschmerzen muskulärer Genese dar. So zeigte Flupirtin (3x100mg/Tag) in einer kürzlich publizierten Ein bei subakuten und chronischen Schmerzen weitgehend vernachlässigtes Problem stellen Schlafstörungen dar, die therapeutisch sowohl hinsichtlich ihrer Häufigkeit als auch bezüglich ihrer Einflussnahme auf den Krankheits- und Genesungsprozess bislang nur unzureichend adressiert werden. So schlafen etwa zwei Drittel der Patienten mit subakuten / chronischen Schmerzen verzögert ein, beklagen in hohem Maße nächtliche Wachphasen, einen stark fragmentierten Schlaf, eine reduzierte Schlafeffizienz und einen gestörten Schlafzyklus. Für die Betroffenen sind die Folgen schwerwiegend mit direkten und indirekten Folgen für den Genesungsprozess: fehlende Erholungsphasen in der Nacht, erhöhte Tagesmüdigkeit und zunehmende Erschöpfung. Bisher gibt es nur wenig Untersuchungen zur Objektivierung schmerzbedingter Schlafstörungen und deren Konsequenz auf die Tagesmüdigkeit der betroffenen Insgesamt wurden 32 Patienten analysiert, von denen 23 (71,9%) unter Rückenschmerzen, acht (25%) unter Schulter- / Nackenschmerzen und ein Patient unter Prellungsschmerzen nach einem Unfall litten. Fünfundzwanzig Patienten (78,1%) erhielten zum Zeitpunkt der ersten Evaluation bereits eine konventionelle Therapie mit entzündungshemmenden Analgetika, die sich jedoch in keinem Fall als therapeutisch ausreichend erwies und Anlass für den Einsatz einer muskeltonus-normalisierenden Therapie mit Flupirtin retard war. Unter dieser Therapie zeigten 26 Patienten (81,3%) bereits innerhalb der ersten Behandlungswoche eine signifikante und klinisch relevante Schmerzlinderung (wohingegen sich bei sechs Patienten keine nennenswerten Änderungen zeigten). Dies ging mit einer deutlichen Normalisierung der Schlafqualität (Verkürzung der Einschlafdauer, Verbesserung der Schlafeffizienz, Rückgang schmerzhafter Bewegungsstörungen und begleitender Arousalreaktionen, Zunahme der Tiefschlafanteile S3 und S4 auf Kosten der Leichtschlafphasen S1) sowie einer signifikanten Reduktion der Tagesmüdigkeit einher (wohingegen die sechs Patienten ohne signifikante Schmerzlinderung unveränderte, tendenziell sogar zunehmend schlechtere Werte bezüglich Schlafqualität und Tagesmüdigkeit dokumentierten). Insgesamt gingen Schmerzreduktion und Schlafnormalisierung bei den Respondern auf Flupirtin retard Hand-in-Hand und es gelang nachzuweisen, dass die mitunter von Patienten unter Flupirtin berichtete "Müdigkeit" primär Ausdruck einer sich langsam wieder normalisierenden Schlafarchitektur und entsprechenden Nachholphänomenen ist. Für Sie entdeckt und zusammengestellt durch EPS-Schäffler / Körner / Jürgen SteinbachTextzusammenstellung: © Ermasch - Presse - Service, Schäffler |